Wärmepumpe funktioniert nicht im Altbau? Es muss ein perfekt gedämmtes Haus sein? Nur mit Fußbodenheizung möglich? Das ist alles Quatsch!
Nachdem ich heute wieder ein Gespräch hatte, in dem ich unsere Wärmepumpe verteidigen musste, habe ich mich entschieden schon jetzt zu zeigen, wie gut unsere Wärmepumpe funktioniert.
Der Wunsch
Als wir unser Haus 2019 kauften und wir eine alte Ölheizung vorfanden, war ich sehr erschrocken. Am liebsten hätte ich diese sofort entfernen lassen und durch eine andere austauschen lassen, aber… das liebe Geld…
Außerdem habe ich mir versucht einzureden, dass wir ja das restliche Öl in dem 10.000l kellergeschweißten Stahltank auch aufbrauchen können und dann umrüsten können. Schließlich war das Öl ja bereits da. Glücklichweise wollte meine Frau irgendwann auch eine andere, ökologischere Heizung haben und so haben wir uns mit Alternativen beschäftigt.
Der Irrweg
Wir haben uns viele Alternativen angeschaut und uns mit vielen Möglichkeiten beschäftigt. Von Solarthermie auf dem Dach, Pelletheizung über Gas (dann aber mit Biogas) bis hin zu Kombinationen aus den verschiedenen Varianten haben wir alles berechnen lassen. Bis wir der Meinung waren, dass es eigentlich auch mit der Wärmepumpe alleine funktionieren muss.
Besonders interessant fanden wir die pauschalen Aussagen einiger Heizungsinstallateure „Wärmepumpe im Bestand funktioniert nicht!“ – „Man braucht mindestens eine zweite Wärmequelle!“
Lediglich einen Betrieb können wir hier positiv erwähnen: Die Firma Kloske in Schmallenberg-Werpe. Wir hatten schon befürchtet, dass Herr Kloske uns irgendwann wegschickt, weil wir so viele Fragen hatten und so viele Varianten durchgesprochen haben. Aber es war die einzige Firma, die gesagt hat: „Wir machen mit Ihnen zusammen eine genaue Berechnung und schauen, welche Wärmepumpe passen könnte, oder ob wirklich eine zweite Wärmequelle notwendig ist.“
Die intelligenteste und beste Frau der Welt (meine Frau!) hat meine Unruhe bei dem Thema und mein schlechtes Gewissen immer mit „es ist ein Entwicklungsprozess- man kommt nicht sofort auf die perfekte Lösung“ beruhigt. Deshalb haben wir bis 2023 gebraucht, um den richtigen Weg zu erarbeiten- inkl. dem richtigen Zeitpunkt. Tatsächlich haben wir in der Zeit noch 3x Öl nachgetankt, aber jedes Mal weniger. Aber jedes Mal mit einem schlechten Gewissen, denn jedes Gramm CO2 macht den Unterschied. Zum Schluss bin ich zum Duschen mit dem Fahrrad bis ins Schwimmbad nach Erndtebrück gefahren, weil ich befürchtete, das Heizöl reicht nicht bis zum Austausch der Heizung. Wie gut, dass ich im Homeoffice arbeite und deshalb niemand mitbekommen hat, dass ich nur 2x die Woche geduscht habe… 😉
Der Plan
Unser Plan war, die alte Ölheizung ausschließlich durch eine Wärmepumpe auszutauschen. Keine weitere Zusatzheizung. Wir haben bereits energetische Einzelmaßnahmen am Haus durchführen lassen oder selbst durchgeführt. Viele der alten 2-fach verglasten Holzfenster hatten wir bereits durch 3-fach verglaste Fenster austauschen lassen, einige Heizkörpernischen waren bereits verschlossen. Außerdem sind große Teile des Dachs aufgedämmt worden. Teilweise haben wir die alte Innendämmung der Wände durch eine neue austauschen müssen- u.a. durch einen Nagerbefall, der schon einige Jahre zurückliegen musste.
Damit haben wir es geschafft, unseren Verbrauch von fast 4000l Heizöl im Jahr auf etwas mehr als 3000l Heizöl zu senken. Zusätzlich sollten beim Austausch der Heizung weitere Heizkörpernischen verschlossen werden. Dies wäre nicht zwingend notwendig gewesen, wir wären aber blöd gewesen, wenn wir es nicht direkt mitmachen lassen hätten.
Der kellergeschweißte Stahltank sollte leergepumpt, gesäubert und zerlegt werden.
Weiter gehts im 2. Teil…

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