#Wärmepumpe im Bestand- nach der Planung die Probleme in der Umsetzung
Welcher Wärmebedarf?
Eine Frage blieb noch genau zu klären: Welche Leistung sollte die Wärmepumpe eigentlich haben? Eine grobe Überschlagsrechnung des Heizungsmonteurs unseres Vertrauens (Firma Kloske in Schmallenberg) hatte ergeben, dass wir so gerade oberhalb einer Wärmepumpengröße lagen. Wir hätten eigentlich eine größere nehmen müssen, haben uns aber trotzdem für die kleinere (14kW) entschieden, weil
- eine genauer Wärmemengenberechnung ergeben hat, dass wir mit der kleineren auskommen
- unser Energieberater meinte, dass unser Wärmebedarf ja nicht steigt, sondern eher sinkt, da wir ja noch Potential für weitere energetische Maßnahmen haben
Oder um es anders zu sagen: Wir haben die vorherige 21kW-Ölheizung durch eine 14kW-Wärmepumpe ersetzt. Eigentlich müsste einen das stutzig machen. Tja, früher hat man gesagt: „Viel hilft viel!“. Heute kann man aber besser berechnen, was passt oder nicht passt.
In einem Vierer-Gespräch mit Herrn Kloske, seinem Anlagenplaner, der besten Frau der Welt (meiner!) und mir haben wir uns für die 14kW Wärmepumpe entschieden. Die Firma Kloske hat alle Unterlagen für den Förderantrag eingereicht- wir brauchten nur die Unterlagen unterschreiben. Und dann ging es los.
Da ist kaum Platz im Heizungskeller
Der Plan war, einen ziemlich großen Wassertank zu bekommen ~800l. Dafür (inkl. Isolierung) musste auch Platz vorhanden sein. Damit man noch an die Zuleitungsarmaturen der Wasserleitung kam, mussten dort der Hahn anders eingesetzt werden und auch der Netzwerkschrank (in dem auch der Multiswitch von der Satellitenanlage war) an eine andere Stelle (unter die Treppe im Treppenhaus) wandern- das hat mich ein komplettes Wochenende gekostet.
Der widerspenstige Öl-Tank
Das erste Problem war der Öltank. Der Keller war sehr feucht, so dass der Öltank schon starke Roststellen hatte. Außerdem musste die Tür wieder freigestemmt werden. Da der Öltank sich am anderen Ende des Hauses wie die Ölheizung befand, gab es eine in einem extra dafür gebauten Schacht vorhandene Ölleitung zwischen Tank und Heizung. Diese Leitung müsste mindestens 20m lang gewesen sein.
Der ursprüngliche Plan war, dass der Öltank im Keller zerlegt werden sollte und die Teile über einen Lichtschacht nach außen gereicht werden sollte. Das war nicht möglich, der Tank hätte dann in noch kleinere Teile zerlegt werden müssen. Die Ersatzlösung, dies über die Holztreppe im teilweise frisch renovierten Treppenhaus nach oben zu tragen hätte auch nur funktioniert, wenn die Zerlegungsfirma mit mehr Personal angerückt wäre oder 2 Tage bei uns gearbeitet hätte. Also musste eine Ersatzlösung her. Tatsächlich haben wir in weiser Voraussicht einen weiteren Durchbruch machen lassen, dieser hat auch andere Arbeiten erleichtert, aber dadurch war es jetzt überhaupt möglich, die Teile in der üblichen Größe außerhalb des Hauses zu transportieren, ohne mit den verrußten Teilen unser Haus zu schwärzen.
Und ja, die Zerlegung hat einen kompletten Tag gedauert, von früh morgens bis spät nachmittags. Die beiden Mitarbeiter der Öltank-Firma haben mich echt leid getan. Der Kollege mit dem Schweißbrenner hat den ganzen Tag geflucht: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Was tue ich mir hier nur an?“
Wärmespeicher
Nachdem die alte Ölheizung entfernt wurde, musste der Wärmespeicher in den Heizungsraum. Das war Millimeterarbeit. Die Türrahmen hätten nicht anders sein dürfen. Trotz der Möglichkeit, den Wärmespeicher nackig transportieren zu können, war der Transport in allen drei Dimensionen in den Raum eine echte Leistung gewesen. Abgesehen davon, dass der Tank vorher noch eine Bergsteigertreppe herunter musste. Ich habe mehrmals dort schon Schubkarren heruntergefahren und habe die Mitarbeiter der Firma Kloske nicht darum beneidet, diesen Wärmespeicher da runter transportieren zu müssen.
Der Megaheizkörper im Riesenzimmer
In dem Zimmer von K1 (inzwischen erwachsen) ist die Grundfläche mehr als unglaubliche 40m². Der Raum wird durch einen einzigen Heizkörper beheizt. Dieser wurde nie richtig heiß- immer nur zur Hälfte. Die äußerst geschickten Mitarbeiter der Firma Kloske konnten endlich das Problem lösen, was niemand einer anderen Firma geschafft hatte: sie fanden die zwei Fehler und der Heizkörper wird jetzt endlich wieder komplett warm. Der Entlüftungsstutzen ist direkt am Eingang des Heizkörpers (war wohl früher so). Leider hatte sich dieser riesige und schwere Heizkörper so abgesenkt, dass sich die Luft am anderen Ende sammelte und mit Schlamm/Schlacke/whatever dafür sorgte, dass es nie richtig warm wurde.
Heizkörper gerade gerückt, Heizkreislauf komplett durchgespült und der Heizkörper wird jetzt warm. Wenn das riesige Holzfenster dann endlich auch mal getauscht wird, sparen wir hier noch mehr Heizkosten.
Immer diese Sonderwünsche
In unserer Einliegerwohnung sollten die letzten zwei Heizkörpernischen verschlossen werden und neue Heizkörper davor gehängt werden. Ein paar Tage vor der Durchführung ist mir eingefallen, dass man ja auch dort noch Leerrohre verstecken kann, da die Elektrik in diesen beiden Räumen ja auch irgendwann aktualisiert werden muss. Also, in Absprache mit den Mitarbeitern der Firma Kloske bin ich dazwischen gegrätscht und habe Leerrohr verlegt, die Mitarbeiter haben das an den OSB-Platten befestigt und ich habe die Enden der Leerrohre so geschickt versteckt, dass man nur bei genauem Hinschauen sehen kann, wo sich die Enden befinden. Alles wurde fachgerecht abgedichtet und der Kunde ist glücklich. Irgendwann kann ich dann die Elektrik neu machen und muss nicht nochmal die OSB-Platten aufreissen, nur weil ich eine Leitung legen möchte…
Elektrik
Wo wir gerade von Elektrik sprechen: Ich habe die Zuleitung zur Unterverteilung der Wärmepumpe verlegt und die Unterverteilung unter Leitung und Aufsicht der Firma Kloske angeschlossen. Von dort gehen eine Menge Leitungen zur Steuerung, zur Wärmepumpe, zum Heizstab und Co. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Kabel notwendig sind.
Hydraulischer Abgleich
An vielen der Heizkörpern waren die falschen Ventile und es gab auch nicht die Möglichkeit, einen hydraulischen Abgleich zu machen. Wie gesagt, früher galt: „Viel hilft viel!“ Damals war es egal, dass die Heizungen beim Aufsteuern der Ventile ein Pfeiffkonzert veranstalten. Im ganzen Haus mussten danach alle -wie auch immer die Dinger hinter den Ventilen heissen- abgeglichen werden. Vorher musste berechnet werden, was für welchen Raum stimmt. Den Raumtemperaturen nach zu urteilen hat auch das die Firma Kloske richtig gemacht.
Das Wetter spielt nicht mit
Eigentlich sollte es zu dem Zeitpunkt, wo wir loslegen wollten kein kaltes Wetter mehr geben, aber mein Leben ist ja ein einziger Griff ins Klo- und so kam es, wie es kommen musste. Es war richtig, richtig kalt geworden…
Das warme Wasser fürs Duschen kam zwar über einen provisorischen Durchlauferhitzer, aber wir hatten ja keine Heizkörper. Da wir viel Fläche haben, hatten wir zwar Ölradiatoren für unsere Wohnung von der Firma Kloske erhalten, aber die mussten wir immer genau in die Räume schieben, wo wir uns aufhielten. Dann wurden auch noch Monteure bei der Heizungsfirma krank, wodurch wir länger warten mussten, bis wieder alles lief. Ich sehe mich noch mit Mütze und Schal im Homeoffice sitzen und sonst mussten wir viel kuscheln.
Ich glaube, ich kann mich gar nicht mehr an alle weiteren Schwierigkeiten erinnern, weil die meisten Dinge schon von der Firma Kloske direkt abgefangen wurden.
Das Fazit folgt in Teil 3

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