Wer auf dem Land wohnt, kann ein Lied davon singen: langsames Internet, Entwicklungsland Deutschland. Kann eine LTE-Verbindung die Lösung sein? Und was funktioniert dahinter und was funktioniert nicht?
Seit Anfang 2024 arbeite ich dauerhaft im Homeoffice. Anders würde es auch nicht gehen. Meine Arbeitgeberin ist in Berlin, ich hingegen wohne ca 50km Luftlinie vom Heimatort unseres Bundeskanzlers entfernt (ja, ich schäme mich für letzteres!)
War das nicht vorher bekannt?
Uns war zwar beim Kauf des Hauses bekannt, dass das Internet langsam ist, aber ich habe darauf vertraut, dass das DSL ausgebaut wird.
Es gibt kein Fernsehkabel in dieser Straße, und beim Kauf des Hauses noch kein Glasfasernetz.
Als dann Anfang 2021 der Start für das Glasfasernetz gegeben wurde, haben wir uns gefreut. Es wurden fleissig Leerrohre verbuddelt und Hausanschlüsse gelegt. Alle anderen in der Straßen haben nun einen noch nicht funktionierenden Glasfaseranschluss, wir haben aber gar keinen Anschluss bekommen (lange Geschichte und einen weiteren Beitrag wert.)
Wie schnell ist schnell?
Unser DSL hat eine Geschwindigkeit zwischen 7-9 MBit (morgens 9MBit, abends 7). Ja, MBit, nicht GBit. Wir sind also wirklich am Ende der Möglichkeiten angelangt.
Corona (mit Homeoffice, Home Schooling und Co) hat uns einiges abverlangt. Zudem läuft noch ein Webserver mit Nextcloud (und damals auch egroupware), auf den die ganze erweiterte Familie zugreift und Kalender und Adressbuch synchronisiert. Außerdem noch eine VPN-Verbindung zwischen zwei FritzBoxen und nachts fand darüber eine Datensicherung statt.
Aber irgendwie haben wir es hinbekommen.
Seitdem ich dauerhaft im Homeoffice arbeite, musste eine andere Lösung her.
Interessanterweise haben wir eine relativ gute Handynetzverbindung.
Auf der Suche nach passenden Anbietern bin ich auf 2 mögliche Lösungen gestoßen:
Telekom Hybrid vs o2 Home Spot
Leider habe ich im Internet keine Lösung gefunden, wie ich meinen (Web-)Server und das VPN ans Laufen bekommen konnte. Also haben wir uns Anfang 2024 erstmal für das o2 Angebot entschieden. In meiner Hoffnung sollte ja innerhalb der nächsten 24 Monate endlich Glasfaser kommen (der Start war 2021!)
Pustekuchen.
Außerdem lief auch nicht alles über LTE und bei Regen fällt es komplett aus. Es war also notwendig einen Fallback (über DSL) zu schaffen. Mach in Summe ca. 2×35€/Monat für Internet.
Dienste über LTE
Bei o2 Home Spot (egal, welcher Router) bekommt man nur eine dezidierte IPv6-Adresse, kein IPV4 dezidiert. Also muss das FritzVPN entweder über DSL laufen oder man nutzt Wireguard (glücklicherweise können das die Fritzboxen inzwischen).
Der Zugriff auf den Webserver wird über einen Reverse-SSH-Tunnel mit einem hetzner vserver bereitgestellt. Meistens funktioniert das auch. Aber wehe, die Internetverbindung bricht mehrmals hintereinander ab. Da hilft nur ein regelmäßiger Neustart des vservers. (Natürlich per cron-job.)
Funktioniert jeder Handyvertrag dafür?
Nein.
Ich war ja so intelligent und meinte, ich könnte o2 austricksen und das ganze mit einem Unlimited Max auch alles nutzen. (Dieser Vertrag bietet bei uns sogar 70MBit und kostet 5 Euro weniger, außerdem mit einer Vertragslaufzeit von 1 Monat.)
Tja, die normalen Internetverbindungen funktionierten ja auch, also Surfen und Mail (und Videos schauen), sogar das Wireguard-VPN scheint zu funktionieren, aber das wars auch schon.
Eine stabile Verbindung zum Webserver geht nur mit statischen Webseiten (manchmal), Websocket und andere Dinge funktionieren überhaupt nicht.
Da nicht absehbar ist, wann wir wirklich Glasfaser bekommen, müssen wir wohl oder übel nochmal einen 24-monatigen o2 Home Vertrag mit o2 abschließen. (Den bestehenden laufen lassen wären zu hohe monatliche Kosten.)
